HILFE! Meine Katze frisst nicht mehr – Ist sie krank?

 

Katze frisst nicht - Was tun?

Wenn Katzen plötzlich aufhören zu fressen, fühlen wir uns häufig dazu veranlasst uns große Sorgen zu machen, dass sich hinter der Appetitlosigkeit eine schlimme Krankheit verbirgt.

Tatsächlich gibt es gefährliche Erkrankungen, die zu diesem Verhalten führen können. Viel öfter jedoch handelt es sich um banale Dinge, die uns keinerlei Sorgen bereiten müssen. Häufig sogar liegt noch nicht einmal eine körperliche Beeinträchtigung vor.

Mögliche Ursachen, Gefahren und Tipps finden Sie im Folgenden:

Katze frisst nicht mehr

Ursachen & Gefahren

Die Ursachen für den Hungerstreik können in zwei Kategorien eingeteilt werden: Tatsächliche Symptome für Krankheiten (sowie generelle Beschwerden) und Ursachen "psychischer" oder charakterlicher Natur, die ich sogleich erläutern möchte.

Psychische / Charakterliche Ursachen

Katzen sind keine großen Fans von Veränderungen. Sei es nun eine Umstellung auf ein gesünderes Fressen, eine Ortsveränderung oder Dinge, die im Haus verändert werden (besonders bei Hauskatzen). Häufig nimmt unser Vierbeiner dies zum Anlass zu zeigen, wer hier die Regeln macht. Dazu zählt auch das vollständige Verweigern von Nahrung.
Ob und wie oft eine Katze so etwas tut hängt maßgeblich von ihrem individuellen Charakter ab. Im Regelfall wird der Hunger spätestens Abends dann aber doch so groß, dass die Rebellion aufhört.

Es können aber auch tatsächliche psychische Ursachen vorliegen. Eine Katze frisst nicht, wenn sie beispielsweise einen Weggefährten verliert. Das kann sowohl ein anderer Vierbeiner als auch ein Mensch sein. Der Verlust einer wichtigen Bezugsperson kann für Tiere genauso schwer sein, wie für uns Menschen.
Ist eine Katze in tiefer Trauer und frisst deshalb nicht, kann das Verweigern von Futter deutlich länger andauern als bei der vorgenannten Problematik, daher ist hier durchaus vorsicht geboten. Aber nicht etwa, weil die Katze verhungern könnte, sondern deshalb, weil – insbesondere bei "gut genährten" Katzen nach mehr als einem futterlosen Tag eine Verfettung und schädigung der Leber auftreten kann.

Übrigens:
Wenn Ihre Katze übergewichtig ist, sollten Sie in jedem Fall, sobald Sie wieder frisst und gesund ist, versuchen ihr Gewicht langsam und stetig zu reduzieren. Das erhöht nicht nur ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden im Allgemeinen, es verringert auch die Wahrscheinlichkeit einer Leberschädigung in eben solchen Fällen des Hungerns - sei es nun freiweillig oder nicht.
Nützliche Informationen und Möglichkeiten zur gesünderen, zucker- und weizenfreien Ernährung finden Sie im entsprechenden >> Artikel: Katzenfutter selber machen <<
Katze frisst nicht mehr 2

Symptome für Krankheiten

Neben psychischen und charakterlichen Ursachen kann aber auch eine körperliche Beschwerde ursächlich für die verweigerte Nahrungsmittelaufnahme sein. Eine Katze frisst nicht mehr, wenn sie Schmerzen in einem Körperbereich hat, der maßgeblich mit der Nahrungsaufnahme zu tun hat. Entsprechend im Regelfall Maul, Hals oder Magen-Darmtrakt.

Ein kaputter Zahn kann zu Problemen beim Kauen führen, während häufig bei Katzenschnupfen Maul und Rachenschleimhäute stark verletzt sind und daher große Schmerzen beim Kauen und Schlucken Verursachen.
Zum Thema Katzenschnupfen finden Sie alle wichtigen Infos im >> Artikel zum Thema Katzenschnupfen <<

Magensäureüberschuss, Übelkeit, Erbrechen oder Magenverstimmungen können des Weiteren ursächlich sein. Diese Symptome sind allerdings sehr allgemein, allein wenig aussagekräfig und können wiederum Symptome für sich selbst sein.
Ob dahinter etwa steckt, dass die Katze nur etwas falsches oder verdorbenes gefressen hat und daher an leichten Magenkrämpfen leidet oder - um das andere extrem zu nennen - im schlimmsten Fall vielleicht ein Tumor in Magen oder Darm liegt und das die Ursache des Übels ist, ist natürlich für den Laien nicht zu beurteilen.

Es gilt zu beachten: Gesellen sich zur Appetitlosigkeit weitere Krankheitssymptome, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Gleiches gilt für Phasen der Futterverweigerung, die länger als einen Tag andauern.
In diesen Fällen kann eine potenziell lebensbedrohliche Situation vorliegen.

Tipps zur Fressmotivation

Wenn sich hinter der Diät keine körperliche Ursache verbirgt ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wie man seinen Vierbeiner dazu bringt wieder zu fressen. Dafür gibt es einige Maßnahmen, die auch davon abhängig ist, warum unser Vierbeiner in den Hungerstreik getreten ist.

... bei missglückter Futterumstellung

Wenn Sie jahrelang mit herkömmlichem Dosenfutter aus dem Supermarkt oder Discounter gefüttert haben und sich dann entscheiden eine der deutlich gesünderen Varianten kochen oder barf anzuwenden, so ist das sicherlich die richtige Entscheidung. Eine Katze, die an den typischen Geschmack und den hohen Zuckergehalt im Dosenfutter gewöhnt ist, lässt sich aber nicht so einfach von heute auf morgen komplett umstellen.
Um den Hungerstreik zu beenden, müssen sich drei bis vier Gänge zurückschalten. Holen Sie das alte Dosenfutter raus und mengen sie nach und nach immer mehr vom selbst gemachten Futter unter oder Füttern Sie etwas zu. So kann sich Ihre Katze ganz allmählich an das neue Fressen gewöhnen.

...nach Ortsveränderung oder bei Trauer

Nach einem Umzug oder dem Verlust einer Bezugsperson braucht eine Katze mehr Zuwendung als sonst. Sie ist dann verunsichert und fühlt sich eine Zeit lang unwohl.
Die beste Möglichkeit ihr in dieser Situation zu helfen sind extra Schmuseeinheiten. Das sollte in jedem Fall helfen, den Prozess der Appetitlosigkeit zu verkürzen.
Zudem kann eine Weile eine Ausnahme mit "schlechterem" Futter oder Leckerlies gemacht werden. Allerdings sollten Sie nach einigen Tagen wieder auf höherwertige Kost umstellen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich ihr Vierbeiner sonst weigert, dieses wieder zu fressen.

Katzen sind intelligente Tiere! Gut möglich, dass Ihr Stubentiger in Zukunft einmal entscheidet etwas Trauer vorzuspielen, um ein paar extra Leckerlies zu erhaschen.
Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen! ;-)

Katze frisst nicht mehr: Noch einmal in Kürze

- Körperliche Erkankungen und Schmerzen können Ursache sein
- Auch Umzüge und Verlust von Herrchen oder Spielgefährten kommen in Frage
- Bei Kombination mit anderen Symptomen sofort zum Tierarzt gehen
- Bei Nahrungsverweigerung über 24 Stunden ebenfalls unbedingt zum Tierarzt!
- Leckerlies und mehr Zuneigung können bei nicht körperlichen Ursachen helfen

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